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Centrale Thermique

Jahrzehnte lang ist sie bereits ein prägendes Element im Panorama der Stadt, die alte Gaszentrale, die „Centrale thermique“ auf dem „Crassier Terre-Rouge“ im Süden einer Minettemetropole in Luxemburg.

1953, wurde die für die damalige Zeit hochmoderne Anlage in Betrieb genommen. Hier wurde Elektrizität aus Hochofengas (Kohlenmonoxid) der umliegenden Hochöfen produziert, die direkt in das damalige Netz des Eigentümers eingespeist wurde. Überschüsse aus der Produktion wurden damals an das öffentliche Stromnetz weitergegeben.

Seit 1997 steht das Industriegebäude auf den Brachen von „Terre Rouge“ leer und ungenutzt. Lange Zeit war nach einem neuen Verwendungszweck für die Hallen gesucht wurden, allerdings ohne Erfolg. Eine Renovierung wird seitens des Eigentümers nicht in Betracht gezogen. Einerseits ist da der enorme Kostenfaktor, andererseits auch der fehlende Verwendungszweck. Ein weiterer Faktor bei diesen Überlegungen ist die Tatsache, dass das Gebäude mit Schadstoffen belastet ist. Das Gebäude ist nämlich mit Asbest verseucht und daher seit seiner Stilllegung vor fremden Eindringlingen abgeschottet und verriegelt worden. „Es wird allerdings immer wieder gemeldet, dass das Gebäude von Eindringlingen aufgesucht wird“, so der Eigentümer.

Wir fanden den Besuch jedenfalls toll. Den Eingang zu finden erwies sich zunächst als schwierig aber wir wurden durch einen imposanten Lost Place belohnt, der trotz Graffiti und teilweiser Zerstörung nichts von seinem Flair verloren hat.

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Die Festhalle

Im Zentrum des Saarlandes gelegen, befindet sich diese Festhalle, die wir vor kurzem besuchten.

Das mit schönem Baumbestand versehene Grundstück wurde unmittelbar nach dem Anhieb der dortigen Grube im Jahre 1887 von den preussischen Bergbeamten als Festplatz angelegt und war über ein Jahrhundert ein weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannter Platz für Kultur und Tradition. Im Jahre 1950 wurde von den Saargruben eine Festhalle errichtet, die in den 70iger Jahren in privates Eigentum überging und als Discothek betrieben wurde.

Von dem ehmaligen Prunk des Gebäudes ist leider nicht mehr viel zu sehen. Der Zahn der Zeit verrichtete sein Werk.

Jedoch ist die Zukunft nicht ungewiss. Die Gemeinde ist das Gebäude am renovieren. Auf dem ehmaligen Festplatz soll erneut ein kulturelles Zentrum entstehen. Auch für die Festhalle soll eine bessere Zukunft anbrechen und das Gebäude wieder der Nutzung zugeführt werden.

Bedanken möchten wir uns bei der Bürgermeisterin der Gemeinde, sowie Herr Lauer, die uns einen Besuch in dieser Halle ermöglicht haben.

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Der vergessene Bahnhof

Dieser Bahnhof besitzt das einzige erhaltene Empfangsgebäude der Saarbrücker Bahn aus dem 19. Jahrhundert, genauer von 1880.Der bei der Bundesbahn Saarbrücken vorhandene Grundriß wurde 1967 erstellt.

BahnhofsgebäudeStillgelegter Bahnhof im Kreis Neunkirchen.
Fenster zum GleisFotografiert in einem stillgelegten Bahnhof im Kreis Neunkirchen.

Danach befand sich der Eingang in der mittleren Achse des als Mittelrisalit ausgebildeten Gebäudeteils. Die seitlichen Rundbogenöffnungen, die sicher ursprünglich ebenfalls Eingänge waren, waren schon damals geschlossen und sind es heute noch. Durch den Eingang kam man in die Schalterhalle mit Durchgang zu der auf der linken Seite liegenden Gaststätte, der anschließenden Toilette und dem Fahrkartenverkauf. Durch eine direkt gegenüberliegende Tür gelangte man auf den Bahnsteig. Heute wird dieser Hausbahnsteig nicht mehr benutzt.

Der Kernbau ist ein unverputzter, zweigeschossiger Sandsteinbau mit traufständigem Satteldach. Im Erdgeschoss befinden sich regelmäßig angeordnete Rundbogenöffnungen mit stark profilierten Rahmen.

Seit 2006 wird dieser Bahnhof nicht mehr genutzt. Dank Genehmigung des aktuellen Besitzers konnte ich, zusammen mit zwei Kollegen, das Gebäude besichtigen und fotografieren. Die Bausubstanz ist in einem desolaten Zustand. Wir mussten aufpassen wo wir hintreten. Die Zwischendecken sind morsch und ein Begehen des oberen Stockwerks war wegen der hohen Unfallgefahr nicht möglich.

Da das Gebäude seit Schließung nicht zugänglich ist, sind weder Vandalen, noch Sprayer eingedrungen. Lediglich Kabeldiebe haben sich in der Schalterhalle und im Heizungsraum zu schaffen gemacht.

Alles in Allem, war dieser Bahnhof ein neuer, unverwüsteter Lost Place mit dem Flair des Vergangenen. Daher möchte ich auf diesem Wege auch Herrn Koch danken, durch den es möglich war, diese tolle Location besuchen zu dürfen.

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Das Stellwerk

Aufgrund der Beendigung des Fahrbetriebes wurden etliche Stellwerke der Bahn stillgelegt. So auch das vorgestellte, das ich vor Kurzem Besucht habe. Ein Relais Stellwerk Nwf, das jedoch leider von Vandalen extrem heimgesucht wurde.

Bereits 1982 wurde die Güterbahnstrecke nach L. geschlossen. Es Erfolgte der Gleisrückbau und Stillegung dieses Stellwerkes. Der Zugang ist nur mit einer Genehmigung gestatt. Der Betreiber möchte auch hier keine Ortsangabe haben.

In unmittelbarer Nähe befindet sich ein weiteres leerstehendes Gebäude, offensichtlich eine alte Werkstatt. Auch diese befindet sich in desolatem Zustand.

Der eigentliche Grund unseres Besuches zeigt sich als imposantes Gebäude. Die Ähnlichkeit zu einem Tower an einem Flugfeld ist nicht zu verleugnen. Es scheint einmal gebrannt zu haben. Die Fenster sind kaputt und die Mauer geschwärzt.

Wir betreten das Gebäude und müssen schon sofort darauf achten, wo wir die Füsse aufsetzen. Neben Schotter sind Schrott, Müll und Kabelreste überall auf dem Boden verteilt. Wir begeben uns die Treppe hinauf um das Zentrum, den Steuerstand zu besuchen.

Hier, wo einst der Puls der Gleise geregelt wurde, sieht es noch erschreckender aus. Die eingelegten Holzplatten auf der Bodenstruktur sind beschädigt, fehlen oder sind faul. Tragfähig erscheint er uns keinesfalls, so daß wir uns nicht ins Innere des Raums wagen. Schnell ein paar Fotos und es geht zum technischen Teil des Gebäüdes - dort wo einst hunderte von Relais zur Steuerung der Weichen gedient haben.

Man kann sich selbst jetzt noch einen Eindruck über die einmal gewesene, enorme Technik in diesem Raum machen. Es macht einen jedoch etwas traurig, die massive Verwüstung zu sehen. Solche Monumente vergangener Verkehrskultur sollten geschützt überdauern, denn sie erzählen alle eine Geschichte aus der Vergangenheit.

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